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Wer schlau ist, lässt sich nicht hetzen
Tier und Mensch: Esel
so wie unser Esel! Das Kreuzworträtsel fragt lapidar nach einem „Grautier“. Die Fabel charakterisiert ihn als stur oder gar dumm. Und der Volksmund missbraucht ihn glatt als Schimpfwort. Aber wir tun ihm unrecht!
Stattdessen sollten wir uns ein Beispiel an den Nordafrikanern nehmen, die Esel als Götter verehren. Wie bei dem in Lehrerkreisen oft getadelten „Eselsohr“ ist unser Tier auch bei einem anderen weit verbreiteten Hilfsmittel namengebend: bei der „Eselsbrücke“, ein Synonym für „Merkspruch“ oder, wissenschaftlich ausgedrückt, „Mnemotechnik“.
Esel sind nämlich von Haus aus wasserscheu und weigern sich, den kleinsten Wasserlauf zu durchwaten. Also baute man ihnen früher Brücken. Ein Umweg? Ja, aber effektiv (wie die „Eselsbrücke“)! – Stur? Auch das, aber eben überhaupt nicht dumm (wie die „Eselsbrücke“)!
Bitte nicht verwechseln
Der Esel gehört zur Klasse der Höheren Säugetiere, zur Ordnung der Unpaarhufer, also mit jeweils nur einer behuften Zehe, und zur Familie der Pferde. Wir unterscheiden nun vorerst zwischen dem Afrikanischen Esel (auch „Echter Esel“) und dem von ihm abstammenden Hausesel. Während der in freier Wildbahn lebende Stammvater vom Aussterben bedroht ist, ist der Hausesel in großer Anzahl mittlerweile in der ganzen Welt zu Hause. Die Sorge, dass sich der Wildesel nun endgültig mit dem verwilderten Hausesel vermischt, ist daher groß.
Zu weiteren Hauptkategorien zählen der Tibet-Wildesel „Kiang“ und der mit ihm verwandte Asiatische Esel (auch „Halb- oder Pferdeesel“), eine nie domestizierte Art. Nicht zu verwechseln sind außerdem der Maulesel (Kreuzung aus Eselstute und Pferdehengst) und das Maultier/Muli (aus Pferdestute und Eselhengst). Beide sind nicht fortpflanzungsfähig.
Unser Steckenpferd ist der Esel
Die Besonderheiten des Esels lassen sich besonders gut im Vergleich mit dem Pferd aufzeigen. Anders als beim Hauspferd sind die Hufe des Hausesels einem unebenen Untergrund angepasst. Das sorgt für sicheren Halt, jedoch für weniger Speed, obwohl „sein Tacho“ bis zu 50 km/h anzeigen kann, wenn es denn sein muss
Aber man ist ja eh als bequem oder faul verschrien, wozu also die Eile?
Regelmäßige Pediküre ist überlebenswichtig, denn der Esel stammt aus trockenen Ländern und hat durch das feuchte mitteleuropäische Wetter nicht selten mit Huffäulnis zu kämpfen.
Statt eines Schweifs trägt er eine Quaste am Ende des Schwanzes, er hat größere Ohren als das Pferd, eine niedrigere Körpertemperatur, eine längere Tragzeit für Fohlen (zwölf bis vierzehn Monate) und mit über vierzig Jahren eine höhere Lebenserwartung. Diese Liste ließe sich noch um so einige Punkte ergänzen!
Besonders interessant ist die Tatsache, dass der Esel das erste dem Menschen zur Verfügung stehende Lasttier war. Bereits 4000 v. Chr. domestiziert, noch vor dem klassischen Altertum nach Europa gelangt und erst lange Zeit später in seiner Arbeit als Reit- und Ziehtier vom Pferd abgelöst, dient er bis heute vornehmlich als Packtier. Der Esel ist außerordentlich zäh und kommt bedeutend länger ohne Wasser und Nahrung aus als die „Konkurrenz“.
Grau in grau? Weit gefehlt!
Neben der grauen tritt der Esel auch in brauner, schwarzer und rötlicher Färbung auf, mal auch gescheckt, ganz selten sogar weiß. Den Rücken ziert ein „Aalstrich“, die Beine stecken hin und wieder in Ringelsocken, will sagen: Sie sind zebraartig gestreift. Und die Frisur? Eine trendige Stehmähne. Ein häufig auftretendes schwarzes Schulterkreuz und das weiße Fell am Bauch sowie rund um Maul und Augen sind besonders markant.
Wahre Giganten unter den Eseln wird man wohl vergebens suchen. Die Schulterhöhe des Hausesels bewegt sich zwischen 90 und 160 Zentimetern. Daran orientiert sich übrigens auch die Einteilung in Eselrassen – zumindest in Deutschland: Bis 105 Zentimeter handelt es sich um Zwerg-Esel, bis 130 Zentimeter um Normal-Esel, bei allem darüber um Groß-Esel, wobei nur letztere Gruppe zusätzlich nach Farben „sortiert“ wird.
Doch eines haben sie alle gemeinsam: ihr unverkennbares und einzigartiges I‑aaah
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