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Samstag, 19. Mai 2012
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Von Baum zu Baum

Das Eichhörnchen

Wer bei seinem Anblick nicht zu strahlen beginnt, dem ist vermutlich kaum noch zu helfen: Das Eichhörnchen zählt zweifellos zu den beliebtesten Waldbewohnern überhaupt. Wir verweilen eine Sekunde, lächeln wie von selbst, beobachten … und husch, husch ist es im nächsten Wipfel verschwunden.
Johann Wolfgang von Goethe beschreibt das possierliche Tierchen auf seine Art und Weise: „Warum gibt uns die Betrachtung unseres heimischen Eichhörnchens so viel Vergnügen? Weil es als die höchste Ausbildung seines Geschlechtes eine ganz besondere Geschicklichkeit vor Augen bringt. (…) Dies Geschöpfchen, eine Nuss eröffnend, besonders aber einen reifen Fichtenzapfen abspeisend, ist höchst graziös und liebenswürdig anzuschauen.“

Wie sieht’s aus?

Eichhörnchen sind Baumbewohner und müssen daher gewisse anatomische Merkmale mit sich bringen. Ihre kleinen, kurzen Vorderbeinchen sind, wie auch die wesentlich kräftigeren Hinterpfoten, mit langen Fingern und gekrümmten Krallen ausgestattet, die es ihnen erlauben, kopfüber die Bäume hinunterzueilen. Die pinselförmige Ohrbehaarung lässt sie immer aufmerksam aussehen und der lange, zweizeilig behaarte puschelige Schwanz ist nicht nur wunderschön, sondern äußerst vielseitig einsetzbar.
Mit der Fellfarbe nimmt es das Eichhörnchen nicht so genau. Im Sommer ist es in Mitteleuropa fuchsrot, im Winter dafür überwiegend grau. Deutlich dunkler fällt es bei den Vorkommen im Nadelwald aus, und in Sibirien und Nordeuropa wiederum schimmert es fast rein grau, weshalb es oft den Pelztierjägern zum Opfer fällt.

Wie geschickt!

Die Eichhörnchen zählen zu den besten Klette­rern der Welt. Sie können problemlos von einem Baum zum nächsten springen und sich aus Schwindel erregender Höhe auf die Erde fallen lassen … dank ihres „Fallschirmes“. So kommt es vor, dass der große Feind namens Marder, ein ebenso exzellenter Turner, das Eichhörnchen bis in die Baumkrone verfolgt. Doch ehe er sich versieht, schwebt es mithilfe seines Schwanzes elegant zu Boden. Auch der Greifvogel staunt nicht schlecht, wenn seine Beute in rasanter Geschwindigkeit um den Baumstamm flitzt, so dass er orientierungslos und hungrig den Rückzug antritt.

Immer der Nase nach …

Den richtigen Riecher hat es auf jeden Fall, denn es kann am Boden liegende Leckereien bereits aus 30 cm Entfernung wittern. Es braucht täglich zwischen 35 und 80 g Futter jeder Art: Nüsse, Baumsamen, Pilze, Waldfrüchte, seltener auch Eier oder Insekten. Wasser ist ebenfalls unerlässlich. Eichhörnchen legen sich Nahrungsvorräte an, die sie verbuddeln oder in Bäumen verstecken. Sie machen sich allerdings nicht die Mühe, sich ihre Vorratskammern zu merken, sondern werden durch Absuchen eben solcher Verstecke immer wieder fündig. Jetzt wissen wir, warum es heißt: „Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen“.

Schaffe, schaffe Häusle baue …

Die Nester, auch Kobel genannt, werden vom Eichhörnchen meist in eine Astgabel direkt an den Hauptstamm des Baumes gelegt. Häufig benutzt es ausgediente Elster- oder Habichtsnester mit einem Durchmesser von 30 bis 40 cm. Den Innenteil bestückt es mit Moos, Federn oder Bast, damit es die Kleinen schön kuschelig haben. Zusätzlich legt es noch ein paar Reservekobel an, die so genannten „Schattennester“.
Diese dienen als Schutz bei der Nahrungsaufnahme oder als eine Art Zweitwohnsitz bei drohender Gefahr, damit sich die 2 bis 5 Jungtiere schnell wieder in Sicherheit wiegen.

Eichhörnchens Personalien

Art: Sciurus vulgaris
Gattung:Baumhörnchen (Sciurus)
Familie:Hörnchen (Sciuridae)
Klasse:Säugetiere (Mammalia)
Ordnung:Nagetiere (Rodentia)
Verbreitung: Europa und Asien
Lebensraum: Laub- und Nadelwälder, Parks und Gärten
Körperlänge:20 – 25 cm
Gewicht:    300 – 500 g
Schwanzlänge:17 – 20 cm
Lebenserwartung:10 – 12 Jahre

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