Meine Gesundheitsapotheke
Eine bunte Vielfalt
Die Welt der Schmetterlinge
Um einen Schmetterling lieben zu können, müssen wir auch ein paar Raupen mögen.“ Dieses Sprichwort entstammt der Feder des französischen Schriftstellers Antoine de Saint-Exupéry (1900 – 1944), und wir müssen sogar eine Vielzahl an Raupen gern haben, da die Schmetterlinge (lat. Lepidoptera) der artenreichsten Insektenordnung angehören.
Mehr als 160.000 Arten der Schuppenflügler sind bisher bekannt und jährlich steigt diese Zahl um ca. 700 Neuentdeckungen. Sie sind auf allen Kontinenten mit Ausnahme der Antarktis verbreitet.
Steckbrief
Unterstamm: Trachtentiere (Tracheata)
Überklasse: Sechsfüßer (Hexapoda)
Klasse: Insekten (Insecta)
Unterklasse: Fluginsekten (Pterygota)
Überordnung: Neuflügler (Neoptera)
Ordnung: Schmetterlinge (Lepidoptera)
Und warum heißen sie so?
Man sagt, dass sich Schmetterlinge vom Geruch des offen stehenden Milchrahms angezogen fühlen, dessen Name im Mittelalter „Schmetten“ lautete, und so lag es nah, ihnen einen ähnlichen Namen zu geben. Die englische Bezeichnung „Butterfly“ (im Volksmund: Buttervogel) deutet auf dieselbe Herkunft hin. Die Bezeichnung „Falter“ kommt übrigens nicht von „falten“, sondern von „flattern“ (althochdeutsch „fifaltra“). Im Dänischen werden Schmetterlinge „sommerfugl“ (Sommervogel) genannt.
Wissenswertes
Schmetterlinge sind in ihrer Größe sehr unterschiedlich. Sie variieren in ihrer Flügelspannweite von 2 mm (Zwergmotten) bis zu 30 cm (Kometenfalter). Bei fast allen Schmetterlingen ist der gesamte Körper, also nicht nur die Flügel, mit Schuppen überzogen, die sich aus umgewandelten Haaren zusammensetzen. Häufig sind sie dachziegelförmig auf den Flügeln angeordnet und verdecken die Flügeladern, welche für die Bestimmung entscheidend sind. Im Laufe der Evolution haben sich bei einigen Schmetterlingen verschiedenste Muster auf den Flügeln gebildet, die ihre Fressfeinde abschrecken bzw. als Insekt unkenntlich machen sollen (wie z. B. beim Tagpfauenauge).
Muss man mögen ...
Die Nahrung der Schmetterlinge ist ebenfalls äußerst vielseitig. Die erwachsenen Tiere nehmen ausschließlich Flüssigkeiten zu sich, meist Blütennektar. Der so genannte Rüssel ist bei den vielen Arten stark zurückgebildet, so dass die Aufnahme fester Nahrung unmöglich ist. Lediglich die Urmotten sind noch in der Lage, Blütenpollen zu fressen. Einige Arten ernähren sich von Tierexkrementen, trinken Tränenflüssigkeit ihrer „Opfer“ oder saugen das Blut aus offenen Wunden. Somit können sie diverse Krankheitserreger übertragen.
Fly my butterfly ...
Das Flugverhalten der Schmetterlinge ist äußerst bemerkenswert. Es hat zunächst den Anschein, als würden sie hektisch mit den Flügeln auf und ab schlagen, jedoch scheint alles wohl durchdacht zu sein. Sie beschreiben nämlich mit ihren Flügeln eine Acht und erzeugen somit den nötigen Auftrieb. Mit ihren guten Augen können Sie sogar ein Ziel anpeilen, welches in 200 Meter Entfernung liegt. Einige Schwärmer haben gelernt, auf der Stelle oder gar kurze Strecken rückwärts zu fliegen.
Die vier Stadien der Entwicklung
1. Ei
Hier lässt sich keine Einheitlichkeit feststellen. Die Eier variieren sehr stark in Größe und Farbe. Sie können ganz flach und klein oder auch rund und gemustert sein.
2. Raupe
Sie besteht aus Kopf, Brust und Hinterleib. Auf ihrer Unterlippe befindet sich ein Zapfen mit der Öffnung der Spinndrüsen. Hier wird Seide in Form einer Flüssigkeit produziert, die an der Luft sofort erstarrt. Einige Arten besitzen giftige Dornen, durch die beim Berühren Gift durch einen Stich unter die Haut gelangt. Einige Raupenarten sind so speziell, dass sie leider verhungern müssen, sollten sie „ihre“ Futterpflanze nicht finden (Brennnessel, Löwenzahn usw.)
3. Verpuppung
Sie beginnt, sobald die Raupe ausgewachsen ist, d. h. sich etliche Male gehäutet hat. Nur gesunden und wohlgenährten Raupen wird es gelingen, diesen Schritt erfolgreich abzuschließen. Alle anderen sterben ab.
4. Puppe
Wenn eine Raupe das Puppenstadium erreicht hat, entwickelt sie sich zum Falter. Hierbei werden ihre alten Organe umgewandelt bzw. abgebaut und die neuen Falterorgane entwickelt.
Wenn die Puppe am Ende ihrer Entwicklung angekommen ist, reißt ihre Haut auf und der Falter kommt zum Vorschein. Der Falter beendet dann seinen Lebenszyklus, indem er zu seinem ersten Flug durchstartet, sich paart und Eier ablegt.
juwel








