Meine Gesundheitsapotheke
Der Tropensee in der guten Stube
Wissenswertes rund ums Aquarium
Einfach abtauchen – und abschalten! Der versunkene Blick ins häusliche Aquarium entspannt nach einem stressigen Tag. Doch wer seine Augen in der eigenen Unterwasserwelt baden möchte, sollte sich vorher gut informieren, damit diese Welt auch wirklich artgerecht gerät.
Wie der See hinters Glas kam
Bereits bei den Sumerern, Ägyptern und im alten China wurden Fische in künstlich angelegten Teichen gehalten – um später dann verzehrt zu werden.
Wann das Aquarium mit gläsernen Wänden entstand, lässt sich nicht genau sagen. 1665 wird in einem englischen Tagebuch ein Wasserglas erwähnt, in dem Fische am Leben gehalten werden, und auf der Weltausstellung in London (1851) wurden Aquarien erstmals der breiten Öffentlichkeit vorgestellt.
Als „Vater der deutschen Aquaristik“ gilt der Naturforscher und Pädagoge Emil Adolf Roßmäßler, der dieses Hobby durch die 1854 in der Familienzeitschrift „Die Gartenlaube“ erschienenen Artikel „Der Ocean auf dem Tisch“ und „Der See im Glase“ populär machte.
Erst ab 1950 aber führte ein besseres Verständnis der biochemischen Vorgänge im gläsernen Kleinstbiotop zu einer technischen Ausstattung, die für wirklich artgerechte Lebensbedingungen sorgt.
Die bekanntesten Aquarien sind Süßwasseraquarien mit einer Temperatur von 24 bis 28 °C, die die Bedingungen in tropischen Seen oder Flüssen simulieren. Hier fühlen sich etwa die pflegeleichten Neonfische aus dem Amazonasgebiet wohl – aber nur, wenn sie mindestens zu zehnt umherziehen! Die als „Einsteigerfische“ ebenfalls beliebten Guppys neigen dazu, ihren Schwarm sehr schnell und eigenmächtig bis zur „Überbevölkerung“ des Beckens zu verstärken. Buntbarsche wie Diskusfische oder Skalare sind anspruchsvoller, sie schwimmen lieber in kleinen Gruppen oder als Paar und brauchen viel Freiraum.
Besonders nützliche Aquariumsbewohner sind kleine Welse, die auf der Nahrungssuche gewisse Abfälle vergraben und „Fensterputzer“ sind, die die Scheiben von Algen befreien. Auch schön gefärbte Schnecken, Süßwassergarnelen und einige Krebsarten werden gern im gläsernen See gehalten.
Untermieter mit Flossen
Am besten lassen Sie sich bei der Auswahl Ihrer neuen Mitbewohner gründlich von kompetenten Zoofachhändlern beraten. Denn dabei können leicht Fehler gemacht werden, die dann womöglich auf Tierquälerei hinauslaufen.
Die Einrichtung eines echten „Wohlfühlaquariums“ beginnt schon mit dem richtigen Standort. Vermeiden Sie Orte mit direkter Sonneneinstrahlung wie die Fensterbank und ein unruhiges Umfeld (neben einer Tür oder Stereoanlage, im Kinderzimmer o. Ä.). Für das Becken gilt: Je größer, desto besser! Denn dadurch haben Sie mehr Spielraum bei der Wahl der Fischbevölkerung – und auch weniger Arbeit. In Aquarien ab 180 Litern entsteht ein ökologisches Gleichgewicht, das sich geradezu selbst pflegt.
sucht behaglich möbliertes Zimmer
Zur technischen Grundausrüstung gehören ein Filter, eine Heizung nebst Thermometer sowie die Beleuchtung und am besten auch eine Zeitschaltuhr, die für geregelte Ruhephasen (8 – 12 Std. täglich) sorgt.
Den Grundstein Ihrer Unterwasserwelt legen Sie mit einer – gründlich gewaschenen – Schicht Kies oder Sand, die den Boden mindestens 6 – 8 cm hoch ausfüllen sollte. Erfahrene Aquarianer empfehlen Kies in eher dunklem Naturton mit rundgeschliffenen Steinen bis 3 mm Durchmesser. Eine Bepflanzung des Beckens von mindestens 50 %, besser 70 – 80 %, ist unerlässlich, denn die Tiere brauchen Verstecke und eine Möglichkeit, Reviergrenzen zu markieren. Zudem entziehen Pflanzen dem Wasser Schadstoffe, spenden Sauerstoff und reduzieren das Algenwachstum. Für ein neu eingerichtetes Aquarium empfehlen sich die Dichtblättrige Wasserpest, der Indische Wasserfreund und der Indische Wasserstern.
Weitere Verstecke können Sie durch Baumwurzeln (aus dem Fachhandel!), Steine oder Tontöpfe schaffen.
Etwas Geduld bitte – beiderseits!
Bevor die Untermieter einziehen können, muss das Aquarium 4 – 6 Wochen ohne Fische, aber vollständig eingerichtet und bepflanzt einlaufen. Erst dann arbeitet der Filter richtig.
Auch die Besiedlung braucht Zeit. Um den Schock zu vermeiden, den ein abrupter Umweltwechsel für die Fische bedeutet, dürfen sie niemals direkt aus dem Zoohandlungsbeutel in ihr neues Zuhause gekippt werden. Jeder Neuankömmling wird zunächst im verschlossenen Beutel eine halbe bis 3 Stunden ins Aquarium gehängt und darin in regelmäßigen Abständen mit einem Glas Wasser der „Hausmarke“ versorgt. Die Beleuchtung sollte dabei ausgeschaltet bleiben. Erst dann wird der Fisch mit dem Käscher ins Becken gesetzt.
Das Zusammenleben im „Dauerbetrieb“
Filter und Heizung müssen im Aquarium ständig laufen. Gefüttert wird 1 – 2 x täglich, wobei das Futter nach 2 Minuten restlos aufgefressen sein sollte, sonst belastet es das Wasser. Mit verschiedenen Sorten Flockenfutter, Granulat, Tabletten oder auch Frost- und Lebendfutter wird man unterschiedlichen Fischarten gerecht. Zur „Fütterung“ der Wasserpflanzen gibt es spezielle Düngertabletten.
Einmal pro Woche sollten 20 – 30 % des Wassers gegen frisch aufbereitetes ersetzt werden. Der Bodens wird zirka einmal im Monat gereinigt, der Filter dagegen nur, wenn kein Durchfluss mehr erfolgt. Zur Reinigung der Scheiben sind alte Telefon- oder EC-Karten bestens geeignet.
Auf gute Nachbarschaft also? Hand und Flosse drauf!
mimu




